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Kulanter Chef
Krankheit
Krankheit ist keine Entschuldigung. Auch ein Attest Ihres Arztes ist kein
Beweis, denn wenn Sie in der Lage waren, den Arzt aufzusuchen, hätten Sie auch
zur Arbeit kommen können.
Todesfall in der Familie
Wird nicht entschuldigt. Für den Verblichenen können Sie nichts mehr tun, und
jemand anderes kann genauso gut die notwendigen Maßnahmen treffen. Wenn Sie die
Beerdigung auf den späten Nachmittag legen, geben wir Ihnen gerne eine halbe
Stunde früher frei, vorausgesetzt, Sie sind mit Ihrer Arbeit fertig.
Eigener Todesfall
Hier dürfen Sie mit unserem Verständnis rechnen, wenn:
1. Sie uns zwei Wochen vorher über Ihr Ableben informieren, damit wir
rechtzeitig eine neue Kraft einstellen können.
2. Sie spätestens bis 8.00 Uhr morgens anrufen, damit wir entsprechende
Maßnahmen einleiten können.
3. Ihre und die Unterschrift des behandelnden Arztes vorliegen, dass Sie
verstorben sind. Liegen beide Unterschriften nicht vor, werden Ihnen die
Fehlzeiten vom Jahresurlaub abgezogen.
Operation
Chirurgische Eingriffe an unseren Arbeitskräften sind untersagt. Wir haben Sie
so eingestellt, wie Sie sind. Die Entfernung oder Veränderung eines Teiles von
Ihnen verstößt gegen den vereinbarten Arbeitsvertrag.
Silber- oder Goldene Hochzeit
Für derartige Anlässe kann keine Freistellung gewährt werden. Wenn Sie 25 oder
gar 50 Jahre mit dem gleichen Menschen verheiratet sind, seien Sie froh, wenn
Sie zur Arbeit gehen dürfen.
Geburtstag
Dass Sie geboren wurden, ist sicher nicht Ihr Verdienst. Darum sehen wir keine
Veranlassung, Ihnen in solchen Fällen eine Freistellung zu gewähren.
Geburt eines Kindes
Für derartige Fehltritte unserer Angestellten ist natürlich keine
Arbeitsbefreiung vorgesehen. Sie hatten ja schon Ihren Spaß.
Kommen Sie mir bloß nicht mit Gehaltserhöhung!
Haben Sie denn keine Ehre im Leib?
Wissen Sie überhaupt, wie wenig sie arbeiten!!!!!
Anscheinend machen Sie sich darüber gar keine Gedanken!
Es wird Zeit, dass Sie sich sachkundig machen!
Ich habe darum nach stundenlangen Berechnungen und Analysen folgendes
herauskristallisiert, was ich hier ventilieren möchte:
Wie Sie wissen, hat das Jahr 365 Tage, von denen schlafen Sie täglich ca. 8
Std., was insgesamt 122 Tage ausmacht. Somit verbleiben nur noch 243 Tage, von
denen Sie aber täglich 7 Std. frei haben, was 107 Tage ausmacht. Diese 107 Tage
von den 243 Tagen abgezogen, ergeben einen Rest von 136 Tagen. Bekanntlich hat
das Jahr 52 Sonntage, an denen Sie auch noch frei haben, bleiben übrig nur 84
Tage. Am Sonnabend arbeiten Sie aber auch nicht mehr, also gehen von den 84
Tagen noch einmal 52 Tage ab, verbleiben sage und schreibe nur noch 32 Tage.
Ihre tägliche Tischzeit von 30 Minuten wollen Sie auch nicht missen, das sind
umgerechnet im Jahr ganze 8 Tage, die Sie zum Essen brauchen. Jetzt haben wir
nur noch einen Rest von 24 Arbeitstagen, von denen wir noch die 14 Tage Urlaub
abziehen müssen, gleich 10 Arbeitstage, die noch verbleiben.
Mit der Einführung der 5-Tage-Woche hat das Jahr noch 9 Feiertage. Was bleibt
nun noch übrig? Wenn Sie diese 9 Feiertage von den restlichen 10 Arbeitstagen
abziehen - na?
Tatsächlich nur noch ein einziger Tag und das ist der 1. Mai, und den haben Sie
auch noch frei!
Da wollen Sie eine Gehaltserhöhung!?
Nun aber raus!!!
Ganz schön clever
Eine Gruppe von Ingenieuren und eine Gruppe von
Betriebswirten fahren gemeinsam mit dem Zug zu einer Tagung. Jeder Betriebswirt
besitzt eine Fahrkarte, dagegen hat die ganze Gruppe der Ingenieure nur eine
einzige Karte. Plötzlich ruft einer der Ingenieure: "Der Schaffner kommt!",
worauf sich alle Ingenieure in eine der Toiletten zwängen. Der Schaffner
kontrolliert die Betriebswirte, sieht, dass das WC besetzt ist, und klopft an
die Tür: "Die Fahrkarte bitte!" Einer der Ingenieure schiebt die Fahrkarte unter
der Tür durch und der Schaffner zieht zufrieden ab. Auf der Rückfahrt
beschließen die Betriebswirte, denselben Trick anzuwenden und kaufen nur eine
Karte für die ganze Gruppe. Sie sind sehr verwundert, als sie merken, dass die
Ingenieure diesmal überhaupt keine Fahrkarte haben. Wieder ruft einer der
Ingenieure: "Der Schaffner kommt!" Sofort stürzen die Betriebswirte in das eine
WC, die Ingenieure machen sich etwas gemächlicher auf den Weg zum anderen WC.
Bevor der letzte der Ingenieure die Toilette betritt, klopft er bei den
Betriebswirten an: "Die Fahrkarten bitte!" Und die Moral von der Geschichte?
Betriebswirte sollten keine Ingenieursmethoden anwenden, die sie nicht wirklich verstehen.